[home]

Ausstellung

Luce sotto la Pelle

Licht - Klang - Skulpturen
Isole di Brissago (Lago Maggiore)
März - Oktober 2002

Die Ausstellungen von Curt Walter Tannhäuser sind immer Gesamtkunstwerke, die aus einer Aneinanderreihung von Ideen, Performances und früheren Arbeiten bestehen. Auf der Isole di Brissago gestaltete Curt Walter eine Vielzahl von Orten. Teile der Arbeiten werden später im Atelier im Casa Orion weiterbearbeitet und entwickelt. Alles ist im Fluss. Eine Ausstellung von Curt Walter Tannhäuser ist eine Momentaufnahme und man kann das umfassende Konzept am besten im Gespräch mit dem Künstler erkennen. Das Konzept ist vielfältig, wie die Arbeiten. So halten auf der Insel unter der Leitung Curt Walter's Performances, Land-Art, Musik, Medienkunst und Installationen ihren Einzug. - Florian Merkur

001_isola
Eine kleine Bilderschau ...


"Luce sotto la Pelle", die komplexe Installation von Curt Walter Tannhäuser kreist um Begriffspaarungen wie Nährboden/ Unfruchtbares Land, Rhizom (Wurzelwerk) /Entwurzelung und Aufblühen/ Verkümmern. Allein durch diesen Kontext ist die Verwandtschaft zu den Brissago-Inseln gegeben, welche in ihren botanischen Revieren eine Unzahl von hier nicht ansässigen Pflanzen beherbergt.
Curt Walter Tannhäuser schlägt mit seiner Installation "Luce sotto la Pelle" (Licht unter der Haut) noch einen weiteren Bogen: Mit den von innen her beleuchteten Gipsabgüssen von Gesichtern, die sich gegenseitig grundsätzlich fremd sind und die sich auch ihrer Fremdheit gegenüber dem Künstler und dessen Handwerk während des Eingipsens bewusst werden, deutet der Künstler auf ein grundlegendes Problem. Auf die feinen Erschütterungen unter der Haut einer menschlichen Gemeinschaft, die vom Fremden umgeben zu sein scheint und doch gerne Toleranz ausstrahlen möchte.
Für seine Installationen hat Curt Walter Tannhäuser passende Örtlichkeiten auf der Insel ausfindig gemacht. In der Villa Emden belegt er verschiedene Räume um den Wachstumsprozess (einer Pflanze wie auch einer Gemeinschaft) zu reflektieren. Für Triebe, Stamm, Rhizom und Nährboden hält er je eine Räumlichkeit besetzt, nämlich die Sala rossa, den Spiegelsaal und das Treppenhaus samt Eingangsbereich.
Im römischen Bad richtet der Künstler einen Wunsch-brunnen ein. Die BesucherInnen werden hier animiert persönliche Wünsche zu äussern.
Aus dem Sodbrunnen im Westen der Insel sind Klänge hörbar, in welche sich die Stimmen derjenigen Besucher mischen, welche gerade das Treppenhaus begehen.